"Bessere ärztliche Versorgung in Pflegeheimen"

Erwin Rüddel, MdB, macht sich für neues Modell stark

 

Berlin – Altenkirchen – Neuwied. Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel hat nachdrücklich die Pläne für eine bessere medizinische Versorgung von Pflegeheimbewohnern begrüßt. Sie sehen vor, dass die 700.000 pflegebedürftigen Menschen in den deutschen Pflegeheimen künftig von Teams aus Haus- und Fachärzten betreut werden sollen, die gemeinsam Bereitschaftsdienste für das jeweilige Heim organisieren. „Das Konzept der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist hervorragend geeignet, um die lückenlose Versorgung der Patienten zu gewährleisten“, erklärte Rüddel, der seine Fraktion im Gesundheitsausschuss des Parlaments als Berichterstatter für Patientenrechte und im Familienausschuss als Berichterstatter für Senioren vertritt.

„Wir hatten in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Probleme mit der Versorgung von Kranken in Pflegeheimen. Das führte insbesondere an Wochenenden oder Feiertagen dazu, dass Heimbewohner überdurchschnittlich oft als Notfall in eine Klinik eingewiesen werden mussten“, erläuterte der Bundestagsabgeordnete.

 

Viel zu oft sind nach seinen Worten bislang ältere Menschen aus Pflegeheimen in Ermangelung schneller ärztlicher Hilfe oder in Unkenntnis der genauen Krankengeschichte in Kliniken eingewiesen worden – häufig völlig unnötig. „Das kostet die alten Menschen Kraft und Nerven und verursacht hohe Kosten für die Krankenkassen“, fügte Rüddel hinzu.

 

Deshalb seien die Pläne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vorbehaltlos zu begrüßen, die medizinische Betreuung in den Heimen selbst durchgreifend zu verbessern. „Dadurch vermeiden wir unnötige Krankentransporte, ersparen den Patienten überflüssigen Stress und entlasten zugleich die Kliniken und die Krankenkassen“, betonte Rüddel.

 

„Das dürfen wir uns ruhig etwas kosten lassen“, fügte er mit Blick auf die Schätzungen der KBV hinzu, die davon ausgehen, dass die zusätzlichen Beratungsgespräche mit Patienten und Angehörigen, die zusätzlichen Hausbesuche, die Rufbereitschaft und die Koordination der Behandlungen mit jährlich rund 30 Millionen Euro zu Buche schlagen werden. - „Dieses Geld ist gut angelegt, zumal wir auf der anderen Seit wahrscheinlich mindestens ebenso viel Geld für überflüssige Krankentransporte und Klinikeinweisungen einsparen werden“, bekräftigte Rüddel.

 

Dabei wies der Gesundheitspolitiker darauf hin, dass es seit Jahresbeginn auch mit Blick auf die zahnärztliche Behandlung spürbare Verbesserungen für behinderte und pflegebedürftige Menschen gibt. „Durch das im Januar in Kraft getretene Versorgungsstrukturgesetz haben wir rund 20 Millionen Euro für die zahnärztliche ‚aufsuchende Behandlung‘ Behinderter vorgesehen“, sagte Rüddel.

 

„Diese Mittel kommen denjenigen Zahnärzten zugute, die zu Heim- und Hausbesuchen bereit sind. Wir haben diese Neuregelung beschlossen, weil sich in der Vergangenheit immer wieder Pflegeeinrichtungen darüber beklagt haben, dass es schwierig sei, Zahnärzte zu finden, die zu den behinderten oder bettlägerigen Menschen kommen“, so der Abgeordnete.

 

„Wir helfen damit Patienten, die selbst keinen Arzt mehr aufsuchen können, und verbessern deren Versorgung. Das ist auch deshalb wichtig, weil eine bessere Mundhygiene die Ernährungslage der Patienten stärkt und dadurch ebenfalls hilft, teure und für die Patienten beschwerliche Klinikeinweisungen zu vermeiden“, ergänzte Rüddel.

 

Nach Rüddels Worten wird die christlich-liberale Koalition auch künftig alle Anstrengungen unternehmen, um die möglichst gute und umfassende Versorgung immobiler alter Menschen und von Menschen mit Behinderung sicherzustellen. Die Politik habe die Pflicht, sich in besonderer Weise um die Situation behinderter und in Pflegeeinrichtungen untergebrachter Menschen zu kümmern.

 

„Es entspricht unserem christlichen Verständnis, dass die Würde des Menschen in jeder Lebensphase der Ausgangspunkt aller politischen Überlegungen und Entscheidungen sein muss. Und dies gebietet schließlich auch die Veränderung in der Altersstruktur unserer Gesellschaft, insbesondere die stetige Zunahme der Zahl älterer Menschen“, unterstrich Erwin Rüddel.