„Wir wollen mehr Vorsorge!“

Erwin Rüddel: Union präsentiert neues Konzept

 

Berlin – Altenkirchen – Neuwied. „Wir wollen die Krankenkassen verpflichten, künftig deutlich mehr Geld für die gesundheitliche Vorsorge auszugeben. Deshalb haben wir uns im Kreis der Gesundheitspolitiker der CDU/CSU-Bundestagsfraktion darauf verständigt, dass in Zukunft pro gesetzlich Versicherten jährlich mindestens sechs Euro in die Prävention fließen sollen. Das wären dann insgesamt 400 Millionen Euro, und das ist sehr gut angelegtes Geld“, erklärte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.

Zudem soll der Bundestag nach Angaben Rüddels einen „Nationalen Rat für Prävention und Gesundheitsförderung“ einsetzen und sich auf konkrete Ziele bis 2020 festlegen. Über die Fortschritte soll die Regierung dem Parlament dann alle zwei Jahre Bericht erstatten.

 

Bisher liegt der unverbindliche Richtwert der Kassen für die Gesundheitsvorsorge bei 2,86 Euro pro Versicherten und Jahr. Tatsächlich haben die Kassen in der Vergangenheit aber bereits mehr Geld in Präventionsmaßnahmen gesteckt als empfohlen; so waren es 2011 für jeden Versicherten 4,80 Euro. „Durch die weitere Steigerung auf sechs Euro und durch die Einbeziehung des Bundestages geben wir dem Anliegen jedoch eine deutlich höhere Bedeutung, und das ist auch angemessen“, betonte der Abgeordnete.

 

„Denn Vorsorge ist immer besser als nachträgliche Behandlung. Das gilt für die Patienten und die Kassen gleichermaßen“, fügte er hinzu. Nach Rüddels Worten ist wirksame Prävention deshalb nicht nur ethisch geboten, sondern auch ökonomisch sinnvoll, weil auf diese Weise mittel- und langfristig die krankheitsbezogenen Kosten reduziert werden könnten. Um eben dies zu erreichen, müssten aber die gesetzlichen Regelungen zur Prävention erweitert und finanziell abgesichert werden.

 

„Allerdings werden wir weder eine neue Behörde einrichten noch Zwang auf die Versicherten ausüben“, sagte Rüddel weiter. Die Menschen sollten vielmehr davon überzeugt werden, sich freiwillig und im eigenen Interesse um eine bessere gesundheitliche Vorsorge zu kümmern. Als konkrete Präventionsziele nannte der heimische Gesundheitspolitiker unter anderem die Senkung von Diabetes-Erkrankungen um zehn Prozent, die von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz um 20 Prozent und die Verminderung von Folge-Infarkten bei Herzpatienten um zehn Prozent sowie die Steigerung der Teilnahme an der Krebsvorsorge um 20 Prozent.

 

Von den sechs Euro pro Versicherten sollen künftig mindestens zwei in die betriebliche Gesundheitsförderung fließen. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf Maßnahmen zur gesundheitsgerechten Mitarbeiterführung und zum Abbau psychischer Belastungen bei älteren Mitarbeitern liegen. „Um hierfür zusätzliche Anreize zu schaffen, denken wir unter anderem auch daran, dass die Mitarbeiter von Firmen, die sich in betrieblicher Gesundheitsförderung engagieren, von den Kassen verbilligte Gruppentarife erhalten“, erläuterte Rüddel.

 

Ein besonderes Anliegen ist dem Abgeordneten ferner ein verbesserter Impfschutz der Bevölkerung. Es seien stärkere Impfanreize für Ärzte und Patienten zu prüfen, da Impfungen zu den wirksamsten und wichtigsten präventiven Maßnahmen gehörten. Der derzeit diskutierte Nationale Impfplan muss nach Rüddels Worten möglichst Bestandteil der neuen Präventionsstrategie und der Arbeit des Nationalen Rates für Prävention werden. Arztbesuche sollten im Sinne einer „zugehenden Beratung“ verstärkt genutzt werden, um den Impfschutz zu vervollständigen. Eine Impfpflicht lehnt der Abgeordnete jedoch weiterhin ab.

 

„Das Thema Prävention wollen wir auch in den Medien dauerhaft etablieren. Für die von uns angestrebte verstärkte Vorsorge bedarf es der Mobilisierung der öffentlichen Meinung in den Medien und in der Gesellschaft. Denn beim Thema ‚Prävention‘ handelt es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir nicht allein der Gesetzlichen Krankenversicherung überlassen können“, bekräftigte Erwin Rüddel.